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Archiv für April 2008

Abmahnfalle Homepage

April 26, 2008 Redaktion 3 Kommentare

Viele im Internet tätige Unternehmer, Onlinehändler oder sogar Betreiber einer privaten Homepage haben bereits die unangenehme Erfahrung machen müssen, aufgrund eines Verstosses kostenpflichtig abgemahnt zu werden, dessen man sich vorher zumeist nicht einmal bewusst war. Eine kleine Auswahl häufiger Abmahnursachen stellen wir hier einfach mal zusammen:

1. Ein Impressum ist Pflicht auf jeder kommerziellen Homepage (hier genügt auch schon ein Werbebanner, über das alle paar Monate mal ein paar Euro verdient werden) und in jedem Onlineshop. Wie das Impressum aufgebaut sein muss, was drin stehen soll, regelt das TMG (Telemediengesetz) unter „Allgemeine Informationspflichten“. Die Impressum-Pflicht gilt auch für im Ausland gehostete Seiten, die für deutsche Zielgruppen bestimmt sind. Nähere Infos hier!

2. Gesundheitsbezogene Werbung für Nahrungsergänzung bzw. allgemein Lebensmittel ist verboten. Hier zählt alles (direkt oder indirekt!), was mit Heilung, Linderung oder Verhütung von Krankheiten zu tun hat. Genaueres steht im LMBG § 18 und gleiche Vorschriften gelten neben NE auch für Kosmetikprodukte. Wirkungen, die den Anschein erwecken könnten, es handelt sich um ein Medikament, dürfen Produkten dieser Gruppen nicht zugeschrieben werden.

3. Progressive Kundenwerbung ist gesetzlich verboten. Wer also Dinge kaufen muss, die er evtl. nicht braucht, nur um dadurch verdienstberechtigt zu sein und weitere Verbraucher wirbt, die es ebenso tun, betreibt u. U. strafbare Werbung im Sinne des § 16 Abs. 2 UWG. Hier gab es schon mehrfach einstweilige Verfügungen ( aktueller Fall ) mit Betriebsverbot für solche Geschäfte, aber auch gegen einzelne Vertriebspartner, die auf selbst erstellten Webseiten mit den falschen Formulierungen geworben hatten. Ein solcher Fall (man sollte sich die Begründung mal durchlesen, ist sehr interessant) kann unter dem folgenden Link nachgelesen werden: Mehr Infos

4. Markennamen darf nur der Inhaber der Marke nutzen. Ebenso dürfen keine Texte oder Bilder ohne ausdrückliche Genehmigung der Berechtigten verwendet werden. Hier greift Marken- und Urheberrecht und das gilt für jede Art der Verwendung, also auch in Keywords oder Google AdWords. Hier zum Markenrecht!

5. Vergleichende Werbung kann sehr problematisch werden. Wer nun sein Produkt bewirbt, indem er ein Produkt eines Mitbewerbers nennt und schlechter dastehen lässt als das eigene, kann grosse Probleme bekommen. Schon die Nennung der Marke des Mitbewerbers kann u. U. ein Verstoss gegen das Markenrecht sein. Besonders im Parfumbereich kann die Nennung von ähnlich duftenden Markenparfums extrem teuer werden, kann schon einige tausend Euro kosten. Hier zum UWG

6. Falsche Versprechungen über Geschäft oder Produkteigenschaften können als „irreführende Werbung“ teuer werden. Auch ein UWG-Verstoss (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb).
Weitere Infos hier!

7. Wissenschaftliche Studien, die nicht in Deutschland von hier dazu zugelassenen Institutionen nach deutschem Recht durchgeführt wurden, dürfen in der Produktwerbung nicht verwendet werden. Das gilt z. B. auch für ausländische Bio-Gütezeichen für Produkte, die hier nur dann als Bioprodukte angeboten werden dürfen, wenn sie hierzulande nach hiesigen Kriterien als Bioprodukt klassifiziert worden sind.

8. Sogenannte „Vorher-Nachher“-Abbildungen, wie sie noch vor einigen Jahren in der Werbung für Gewichtsreduktionsprodukte genutzt wurden, dürfen seit einigen Jahren nicht mehr verwendet werden.

9. Wer Webseiten verwendet, die das Partnerunternehmen anbietet, sollte darauf achten, dass dort auch das Unternehmen als inhaltlich verantwortlich im Impressum steht und nicht man selbst als Vertriebspartner, denn Abmahnungen gehen an den inhaltlich Verantwortlichen. Trägt eine personalisierte Seite kein Impressum, man legt aber eine eigene auf sich selbst angemeldete Domain, wird man damit zum inhaltlich Verantwortlichen mit allen Konsequenzen, selbst wenn man gar keinen Einfluss auf die Gestaltung der Seiten hat. Im Zweifelsfall ist auch der Domaininhaber rechtlich verantwortlich, auch wenn Andere die Inhalte erstellt haben.

10. Auch Betreiber von Onlineshops haben eine Reihe von Dingen zu beachten. So ist z. B. einer der häufigsten Gründe für Abmahnungen im Onlinehandel eine falsch deklarierte Frist in der Widerrufsbelehrung oder beim Rückgaberecht in der AGB. Weitere Infos hier!

11. Werbung per eMail oder Telefonanruf bei Empfängern, die mit dem Empfang von Werbemails oder Telefonanrufen nicht ausdrücklich einverstanden sind, kann ebenfalls sehr teuer werden, denn der Empfänger hat auch hier einen durchsetzbaren Unterlassungsanspruch.

Diese Aufstellung zeigt nur eine Auswahl der häufigsten Abmahnursachen auf und erhebt keinesfalls Anspruch auf Vollständigkeit, sollte aber aufzeigen, wie wichtig es ist, sich bereits im Vorfeld möglichst gründlich über die rechtlichen Hintergründe dessen zu informieren, was man künftig zu tun beabsichtigt.

© 2005 Norbert Warnke

Network Marketing – ganz nebenbei

April 14, 2008 Redaktion 1 Kommentar

Network Marketing ist nicht nur dann die richtige Wahl, wenn man sich unkompliziert und ohne grosse Startinvestitionen mit viel Engagement und langfristig eine Existenz aufbauen möchte.

Auch wer überschaubarere Ziele hat wie z. B. die Finanzierung eines Zweitwagens, der jährlichen Urlaubsreise, der Wochenendhäuschens oder gestiegener Lebenshaltungskosten, der kann im Network Marketing genau diese Ziele erreichen.

Wer „nur“ einen kleinen Nebenverdienst anstrebt, muss sich auch nicht ständig im Anzug als Unternehmer präsentieren, sondern tut u. U. nichts anderes, als er sowieso jeden Tag macht, spricht nur mit genau den gleichen Menschen, mit denen er eh spricht, besucht genau die Leute, die er eh besucht und hat so auch kaum erhöhte Kosten zu befürchten.

Hier greift das „Empfehlungsmarketing“. Wir empfehlen und ggf. verkaufen etwas, das auch wir selbst gern nutzen, auch anderen Menschen und verdienen dabei etwas mit.
 
Wie geht das?

Nun, zuallererst müssen wir uns für eine Produktlinie entscheiden, die uns persönlich gefällt. Wir testen einige Produkte, die wir eh benötigen und wenn wir zufrieden mit dem Produkt sind, empfehlen wir sie auch Anderen. Das ist schon fast alles. Haben wir uns z. B. für Parfum oder Pflegeprodukte entschieden, stellen wir sie ins eigene Badezimmer, wo sie auch von Besuchern gesehen werden, die vielleicht danach fragen. Man empfiehlt ganz normal (wie ein gekauftes Produkt aus dem Supermarkt) weiter, verschenkt hier und da was zum Geburtstag, Weihnachten…, redet nur mit den Menschen, mit denen man auch sonst redet und das nicht einmal über’s Geschäft, sondern gelegentlich mal über das eine oder andere Produkt. Was passiert? Es baut sich langsam ein kleiner Kundenkreis auf.

Bei Parfum ist es noch einfacher, denn man trägt es auch auf der Arbeit, wo man von Kolleg/innen darauf angesprochen wird, dass man immer so gut duftet, dann „besorgt man einfach mal was für die Kollegin mit“, die ja auch noch Freunde und Bekannte hat… OK, reich werden und grosse Geschäfte aufbauen kann man so nicht, schon gar nicht schnell, aber sich in ein paar Monaten oder einem Jahr eine solide Grundlage schaffen, hat in der Zeit vielleicht auch schon ein eigenes kleines Team aufgebaut und kann dann damit beginnen, es zu vergrössern und vielleicht etwas intensiver daran arbeiten, was sich vom Zeitaufwand in Grenzen hält.

Sehr wichtig ist nur, niemand etwas aufzuschwatzen. Wir haben Zeit und stehen nicht unter Erfolgszwang!

© 2006 by Norbert Warnke

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Wie sinnvoll sind Motivationstrainings?

April 4, 2008 Redaktion 1 Kommentar

Zuerst einmal etwas grundlegendes zur Motivation: Motivation bedeutet so viel wie „Beweggrund“, beschreibt also den Grund, etwas bestimmtes zu tun.

Würde es Dir wirklich einfallen, auf ein Seminar zu gehen, um Dir dort Gründe für etwas zu holen, das Du bislang grundlos angefangen hattest, um Dein weiteres Tun zu rechtfertigen? Würdest Du überhaupt etwas grundlos beginnen?

Der Grund für Deine Handlungen sollte allein oder vor allem bei Dir persönlich liegen. Dir persönlich muss niemand anderer einen Grund für Dein Tun geben, oder?

Wer eine Rechtfertigung für das sucht, was er tut und die nicht bei sich selbst findet, findet die auch nicht woanders.

Man kann Motiv auch etwas freier mit „Ziel“ übersetzen, denn der „Grund“ ist ja erreichen eines Zieles. Auch hier gilt, dass Du unbedingt EIGENEN Zielen folgen solltest. Wer keine eigenen Ziele hat, kommt mit durch Dritte „aufgedrückten“ Zielen meist auch nicht wirklich weit, denn diese sind selten von Dauer.

Welchen Sinn haben nun diese vielfach angebotenen Motivationstrainings oder Motivationsseminare?

Gedacht ist dabei, Führungskräfte und Manager, die zwar über grosses Fachwissen verfügen, aber nicht oder über zu wenig Begeisterungsfähigkeit, so zu konditionieren, dass diese in die Lage versetzt werden, ihre eigene Begeisterung zuerst einmal überhaupt zu entwickeln und dann auch an ihre Teams weiterzugeben, also einfach eine gewisse Portion Begeisterung in das Tagesgeschäft zu bringen. Hier macht ein Motivationstraining auch grossen Sinn, denn oft sind es eher die menschlichen Führungsqualitäten als das reine trockene Fachwissen, das den Erfolg eines Teams erst ermöglicht.

Was mitunter allerdings praktiziert wird, ist vielfach Massenabfertigung, weil Massen mehr Kohle bringen als kleine Grüppchen. Nachteil ist dabei aber, dass in einer kleinen Gruppe mit intensiver Teilnahme weit mehr erreicht werden kann, während eine schnell mal „durchsuggerierte“ Masse meist schon nach wenigen Tagen (mitunter Stunden) die eingeimpfte Motivation schon wieder verliert.

Es macht auch wenig Sinn, Einsteigern oder gar Interessenten Dinge beibringen zu wollen, die sie in die Lage versetzen, mit Leuten zu arbeiten, die noch gar nicht vorhanden sind. Was eine Motivationsorgie in Massenabfertigung bringen kann, ist längeres Durchhalten zielloser Menschen, die noch dafür zahlen. Wem hilft dies, ausser dem Coach, der direkt daran verdient und vielleicht der Upline des Teilnehmers, der danach vielleicht noch 2-3 Monate weitermacht?

Für „kleine“ Networker oder Massenabfertigung halte ich solche Coachings für unsinnig, es entsteht hier leider sehr leicht der Eindruck von Manipulation oder Gehirnwäsche und mitunter werden solche Jubelorgien leider auch gezielt für die Manipulation von Menschen missbraucht. Einsteiger und Neu-Networker sollten deshalb auf solchen Veranstaltungen nichts zu suchen haben, sich die oft recht hohen Seminargebühren sparen oder für einen viel wichtigeren kaufmännischen Grundkurs oder ein Existenzgründerseminar verwenden.

© 04.08 by Norbert Warnke