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Archiv für die Kategorie ‘Vorsicht Risiko!’

Neue Wege im Network Marketing

Oktober 7, 2008 Redaktion Kommentieren
Solides Fundament?

Solides Fundament?

Bereits seit einiger Zeit ist zu beobachten, dass immer mehr neue Network Marketing Geschäftskonzepte den Markt nahezu überschwemmen und uns quasi täglich neu gegründete oder neu eingeführte MLM Systeme bescheren. Es ist geradezu eine Network-Schwemme, die wie eine Welle den Markt überschwemmt. Dies belastet den Markt naturgemäss stark, der dadurch nicht grösser wird, sondern für die einzelnen Geschäfte logischerweise immer kleiner werdende Marktanteile bereithält. Die Zahl der Interessenten wächst nämlich leider nicht in gleichem Tempo wie die Zahl der Anbieter und so wechseln viele Einsteiger und Networker ungezielt hin und her oder versuchen sich gleich parallel mit mehreren Geschäften – jeweils jedoch halbherzig.

In vielen Fällen existieren die neuen Geschäfte bereits nach wenigen Monaten nicht mehr und wurden durch immer wieder neue Systeme ersetzt. Eines haben alle gemeinsam; sie erheben den Anspruch, gigantische Gewinne bereitzuhalten und eines haben sehr viele gemeinsam; nach wenigen Monaten nicht einmal mehr zu existieren oder unter „ferner liefen“ zu rangieren. Wer dann noch „dabei“ ist, wartet oft sehr lange Zeit auf den versprochenen Durchbruch, denn man bekommt es leider immer wieder vorgebetet, dass man nur lange genug durchhalten muss, um erfolgreich zu werden. Dies ist allerdings ein Trugschluss, denn erfolgreich kann man nur dort werden, wo die Voraussetzungen auch stimmen. Mit der Zeit des „Durchhaltens“ hat Erfolg wenig zu tun.

Der Markt, und damit auch jedes einzelne Geschäftsmodell, benötigt ein gewisses Wachstum. Um dauerhaft funktionieren zu können und einen stabilen Absatz zu generieren, muss ein Markt sich langsam, aber stetig immer wieder selbst erneuern. Dazu gehört auch eine natürliche Fluktuation. Genau so wie ein Baum, der zwar immer wieder Blätter, Zweige und auch Äste verliert, sich aber immer wieder erneuert und dabei langsam aber stetig wächst. Je stärker die Wurzel und je stabiler der Untergrund, desto standhafter ist auch der Baum. Auch Geschäfte brauchen starke Wurzeln und ein solides Fundament, um sich dauerhaft behaupten zu können.

Wachstumsmöglichkeiten bestehen in der Network Marketing Branche zwar nach wie vor, aber diese verteilen sich derzeit leider auf zu viele ständig wechselnde Anbieter und deren Strukturen. Ist auch logisch; wenn mehr Besuch kommt, bekommt jeder halt kleinere Stückchen vom Kuchen.

Aber auch die gegensätzlich gelagerte Sichtweise erscheint wenig vorteilhaft. Stellen wir uns eine sehr langsam und natürlich anwachsende Gästezahl vor, für die ständig immer neue Kuchen aufgefahren werden, die schneller geliefert werden, als sie gegessen oder auch nur begutachtet werden können, die sich aber nach und nach zu einem babylonischen Turm aufhäufen, der keine Übersicht mehr zulässt. Hier bekommen die einzelnen Kuchen nicht mehr genug Esser und verderben kaum angebissen.

Was der Markt dringend braucht, ist eine Regulierung auf ein neues Gleichgewicht, eine Abkehr von der Suche nach immer neuem, die nur in Laufräder führen kann, welche sich im Teufelskreis drehen und aus dem es kein Entrinnen mehr gibt. Der Markt muss „back to the roots“ und über die Sanierung des eigenen Fundaments zu Stabilität finden, statt sich nur noch über angepappte auf Sand gebaute Bretterbuden zu erweitern, die fast immer schnell wieder zusammenfallen wie Kartenhäuser.

Was der Markt braucht, ist die Einigung auf stabile und dauerhafte Baustoffe und ein solides Fundament ohne Bretterbuden aus Märchen und Luftschlössern auf rosa Wölkchen. Wir müssen uns auf Qualitäten besinnen und einen hohen Standard schaffen, der sich durchsetzt und angenommen wird. Alles andere baut nur immer neue Kartenhäuser auf immer loser werdendem Untergrund.

© 10.2008 by Norbert Warnke

Mehrdeutige Werbeaussagen im Network Marketing

September 8, 2008 Redaktion Kommentieren
Auch im MLM ist nicht alles Gold, was glänzt

Auch im MLM ist nicht alles Gold, was glänzt

Sowohl in Werbung, als auch Argumentation bezüglich MLM Geschäften begegnen uns immer wieder unterschiedliche Aussagen, die auf den ersten Blick zwar sehr positiv klingen und Interessenten dazu motivieren sollen, in gerade dieses Geschäft einzusteigen. Wie bei Wohnungs-, Verkaufs- oder sonstigen Angeboten oder auch bei Arbeitszeugnissen wollen jedoch viele Aussagen erst einmal richtig gedeutet und verstanden werden. Es ist längst nicht alles Gold, was glänzt.

Mit einem vollständigen Katalog für Missdeutungen relativ anfälliger Aussagen könnte man sicher ganze Bücher füllen, wir beschränken uns hier aber einfach mal auf ein paar Beispiele, die aufzeigen sollen, wie wichtig es ist, sich auch einzelne Aussagen hinsichtlich ihrer Bedeutung näher anzuschauen, um später keine unangenehmen Überraschungen zu erleben.

Vorregistrierung kostenlos – bedeutet fast immer, dass die endgültige Registrierung bzw. der später nötige „echte“ Einstieg durchaus mit Kosten verbunden ist, über die jedoch bei einer Prelaunch (Vorregistrierungsphase vor dem offiziellen Start eines Geschäfts) noch niemand sprechen möchte. Kostenlose Dinge locken immer viele Interessenten an, von denen beim später erfolgenden „echten“ Start nur noch sehr wenige tatsächliche Einsteiger übrig bleiben.

Sie müssen nichts verkaufen – ist schlicht und einfach Augenwischerei, denn selbstverständlich wird überall etwas verkauft, wenn auch mitunter indirekt. Das ist auch logisch, denn ohne Umsatz kann auch keine Provision bezahlt werden. Kein Unternehmen hat einen Gelddrucker, alle können nur einen Teil von dem wieder auszahlen, was sie vorher allerdings eingenommen haben müssen. Sie müssen also immer Menschen Dinge anbieten, die Geld kosten. Anders ist kein Verdienst möglich.

Günstigerer Einkauf bei Abnahme grösserer Mengen – klingt zwar zugegebenermassen immer recht verlockend und im Handel wird auch sehr oft so gearbeitet, allerdings sollten Einsteiger niemals mit grösseren Erstbestellungen starten, weil ihnen noch keine Abnehmer zur Verfügung stehen. Günstigerer Einkauf bedeutet zwar eine höhere Handelsspanne, aber wer auf den eingekauften Waren sitzen bleibt, hat vor allem höheren Verlust gemacht, während der Werber/Sponsor kräftig am höheren Umsatz verdient. Achten Sie in solchen Fällen besser unbedingt auf die Einhaltung der Widerrufs- oder Rückgabefrist und lassen Sie nicht mit Durchhalteparolen Ihres Sponsors diese Frist verstreichen. Verstreicht die Frist, sitzen Sie endgültig auf möglicherweise schlecht oder gar unverkäuflichen Waren.

Jeder braucht das Produkt, Millionen potentielle Kunden – stammt aus dem Land der Märchen. Es gibt kein Produkt, das wirklich jeder brauchen kann und selbst bei Produkten, dessen Art nahezu alle Menschen in dieser oder jener Form nutzen, wird immer gern vergessen, dass es neben dem eigenen Angebot noch eine gewisse Anzahl an Mitbewerbern gibt und es vor allem um Marktanteile geht. Ein Marktanteil von 100% ist eh reine Utopie und selbst grosse und etablierte Anbieter pendeln sich oft bei Marktanteilen unter 10% ein. Kleine und vor allem unbekannte Anbieter haben es hier noch weit schwerer.

Der beste Marketingplan – nutzt gar nichts, wenn das Produkt nur schwer oder kaum bis gar nicht verkäuflich ist. Provisionen gibt es immer nur auf tatsächliche Umsätze und niemals auf die Güte eines Marketingplans. Wird nichts verkauft, wird nichts verdient – so einfach ist es.

Besonders hohe Ausschüttungen – bedeuten im Umkehrschluss immer eine besonders hohe Verteuerung des Produkts bzw. einen besonders geringen Wert des Produkts. Das kann man sich leicht an einem Beispiel selbst ausrechnen: Gehen wir bei einem Produkt, das im Einkauf 100 € kostet, von einer Ausschüttung von 30% aus, hat das Produkt einen Wert von 70 €. Werden jedoch 70% ausgeschüttet, kann das Produkt logischerweise nur 30 € wert sein. Etwas wertvolles lässt sich besser verkaufen als etwas wertloses und erhalte ich auf 50 Verkäufe je 30%, habe ich mehr verdient, als wenn ich nur 10 Produkte verkaufe und je 70% ausgeschüttet werden.

Kostenloser Einstieg – erscheint uns auf den ersten Blick besonders attraktiv, aber gibt es diesen wirklich? Sicher gibt es Unternehmen, bei denen man nichts bezahlen muss, um als Partner registriert zu sein. Kann man aber ohne Material und ohne Produkte zu kennen, tatsächlich erfolgreich arbeiten? Sicher nicht. Man muss also freiwillig so oder so Unterlagen und zumindest eine kleine Auswahl an Produkten erwerben, um vernünftig arbeiten zu können. Ohne Material bleiben die meisten Einsteiger Karteileichen und der hochgelobte kostenlose Einstieg hat ihnen nichts genutzt. Manchmal gibt es allerdings versteckte Kosten wie z. B. eine Erstbestellung, ohne die man diesen oder jenen Vorteil nicht erhält, eine ab dem zweiten Jahr jeweils fällige Jahresgebühr, eine Homepage, ohne die man nicht arbeiten kann, die aber Geld kostet. Kostenlos bedeutet also oft nicht, dass man keine Kosten hat, also bitte besser genauer hinschauen.

Keine Vorkenntnisse erforderlich – ist sicher kein Fallstrick, darf aber auch nicht dazu verleiten, zu glauben, man müsse auch künftig nichts lernen, um sein Geschäft vernünftig betreiben zu können. In jedem Geschäft kann man immer nur dann etwas erreichen, wenn man möglichst genau weiss, was man tut und dies auch aktiv umsetzt. Man muss es nicht bereits vorher wissen, aber bereit sein, sich Wissen und Kenntnisse anzueignen.

Das war nur eine kleine Auswahl an uns immer wieder begegnenden Aussagen, die in jedem Fall einen zweiten Blick wert sein sollten. So, wie man sich ein mögliches Partnerunternehmen und dessen Produkte und Konditionen besser vorher genau anschauen sollte, gilt das selbstverständlich auch für alle Aussagen, die uns im Zusammenhang mit der Geschäftswerbung begegnen.

© 09.2008 by Norbert Warnke

Zeitdiebe

Juli 15, 2008 Redaktion Kommentieren

Nein, wir befinden uns nicht im falschen Film oder science fiction Groschenroman, denn Zeitdiebe sind leider alles andere als erdichtete Fiktion, sondern blanke Realität in unserem Geschäft. Zeitdiebe sind in der Regel auch leider nicht so leicht erkennbar, wie die „Grauen Herren“ aus dem Buch „Momo“, die man schon an ihren Hüten und Aktentaschen erkennen konnte. Zeitdiebe agieren schleichend und locken meist mit vermeintlichen Vorteilen, die wir uns nicht entgehen lassen möchten und schon sitzen wir in der Falle, aus der es meist kein schnelles Entkommen gibt, wenn man sich erstmal darauf eingelassen hat, mehr und mehr Zeit zu investieren und bereits vertaner Zeit mehr und mehr gute Zeit hinterherzuwerfen, um bisherige Zeitinvestitionen nicht als umsonst verbuchen zu müssen. Hierbei geht nur allzuoft noch mehr Zeit verloren, die wir hätten weit sinnvoller einsetzen können, aber das erkennen wir allzuoft erst hinterher, wenn die Zeit bereits verloren ist.

Woran erkennt man jene geheimnisvollen Zeitdiebe?

Prof. Grzimek hätte jetzt einen Satz mit „diese possierlichen kleinen Gesellen…“ begonnen, aber Zeitdiebe sind nicht im Tierreich angesiedelt und auch nicht mit Loriot’s fiktiver Steinlaus verwandt, die sogar Einzug in wissenschaftliche Fachliteratur gefunden hat. Zeitdiebe erkennt man ganz einfach an einer ganz bestimmten Aktivität; sie fordern ständig und viel, halten sich aber nicht oder nur sehr ungenügend an das, was man ihnen gibt, versprechen viel und halten wenig.

Nun ist allerdings längst nicht jeder, der um Betreuung und Unterstützung ersucht, einer jener Zeitdiebe. Viele Geschäftspartner zeigen über ihre Fragen ganz einfach, dass sie echtes Interesse an ihren Geschäft haben und gewillt sind, sich zu engagieren. Genau hier ist auch der Punkt, an dem man jene engagierte, lernwillige und teamfähige Vertriebspartner an ihren Handlungen zu erkennen vermag, die zu einem guten Fundament für eine Vertriebsorganisation werden können. Wer fragt, zeigt Interesse und wer aktiv im Team mitarbeitet, zeigt Engagement. Beides sind sehr positive Eigenschaften und solche Partner verfügen über sehr gutes Potential.

Ein paar typische Zeitdieb – Erscheinungsformen

  • Der Angeber
     
    Haben wir einen Partner, der vor seinem Einstieg angibt, was er früher schon alles erreicht haben will und dass er in kurzer Zeit zum Grossverdiener wird, können wir in fast allen Fällen davon ausgehen, dass dieser Partner nicht wirklich etwas bringen wird. Meist hört man nach der Erstbestellung nichts mehr von ihm. Hier bringt es nichts, diesem Partner Unterstützung aufdrängen zu wollen. Reagiert er nicht auf höchstens drei Versuche, eine Zusammenarbeit zu beginnen, ist jeder weitere Zeitaufwand Verschwendung.
     
  • Der Forderer
     
    Hier haben wir einen Partner vor uns, der Fragen stellt und Engagement des Sponsors oder der Upline einfordert. Dieser Partner zeichnet sich dadurch aus, dass er von Anfang an fordert, was das Zeug hält. Vielleicht fordert er, dass sich jemand aus der Upline quer durch’s ganze Land auf den Weg macht, um für ihn eine oder mehrere Präsentationen zu halten, bringt aber keine drei Gäste zusammen, die dort hinkommen oder sagt den bereits stehenden Termin sogar kurz vorher ab, der bereits Kosten verursacht hat. Vielleicht fordert er ständig Material und Unterstützung bei allen möglichen Dingen, hat ständig Fragen, setzt aber ungenügend bis gar nicht um, was man ihm nahezubringen versucht.
     
  • Der Frager
     
    Diese Partner (oder Interessenten) haben ständig Fragen, wissen aber auf jede Antwort, die man ihnen gibt, warum gerade das nicht funktioniert. Das eine kann er nicht, das andere will er nicht und das dritte geht sowieso nicht. Egal was, der Frager weiss alles eh besser
     
  • Der Freund
     
    Vorsicht vor falschen Freunden! Echte Freunde fordern nicht, sondern geben vor allem. Seien Sie bitte besonders wachsam, wenn sich Personen als Freunde darstellen, aber nur fordern. Freundschaft funktioniert nur auf Gegenseitigkeit. Wer gern für Sie da ist, ist Ihr Freund, aber wer ohne jede Rücksicht immer nur etwas von Ihnen will, sicher nicht.

Wo genau ziehen wir die Grenze?

Wir haben die Aufgabe, uns um diejenigen Partner zu kümmern, die aktiv mit uns gemeinsam ein Geschäft aufbauen möchten. Zusammenarbeit funktioniert aber nur auf Gegenseitigkeit. Wir sind nicht dazu da, solchen Partnern immer alle Wünsche zu erfüllen. Wir arbeiten nicht für unsere Interessenten oder Partner, sondern wenn, dann gemeinsam mit unseren Partnern am Aufbau einer möglichst umsatzstarken Vertriebsorganisation. Dafür suchen wir Partner, die mit uns gemeinsam im Team eine solche Organisation aufbauen möchten und die das Geschäftskonzept auch tatsächlich und engagiert mittragen. Das ist unsere Aufgabe und nicht, es jedem recht zu machen, was eh nicht funktionieren kann.

Tipps für ein sinnvolles Zeitmanagement

Betreuen Sie nur dort, wo es auch Sinn macht. Schlagen bei einem neuen Partner drei Versuche, eine Zusammenarbeit zu beginnen, fehl, muss jener Partner den nächsten Schritt von sich aus machen; laufen Sie niemals jemand nach. Telefongespräche mit Partnern sollten Sie auf 10-20 Minuten beschränken. Rechnen Sie mal, was an Zeit verloren geht, wenn Sie mit einem einzelnen Partner täglich nur eine Stunde telefonieren (30 Stunden in einem Monat sind fast eine ganze Arbeitswoche). Seien Sie sich klar, dass wir ein Geschäft betreiben und verlorene Zeit längere Arbeitszeit bedeutet, in der nachgeholt werden muss, was liegengeblieben ist. Vermeiden Sie sinnlose Diskussionen über Arbeitsweisen. Wenn bestimmte Arbeitsweisen erforderlich sind und der Partner dies so nicht möchte oder kann, ist er im falschen Geschäft. Lassen Sie sich nicht darauf ein, quer durch das Land zu fahren, um irgendwo eine Präsentation zu halten, wenn der neue Partner nicht genügend Gäste mitbringt. Fordern sollte nur, wer auch etwas bringen will. Lässt ein Partner mehrmals verschuldet Termine platzen, sollten Sie ihm nicht immer wieder neue anbieten. Denken Sie daran, dass die Zeit, die Sie mit einem Zeitdieb vertun, für wirklich wichtige und effektive Dinge nicht mehr zur Verfügung steht.

Zeit und Engagement sind Investitionen und Investitionen sollten sich rechnen. Investieren Sie am besten nur dort, wo es sich auch lohnt, sonst machen Sie keinen Gewinn, sondern Verlust.

© 07.2008 by Norbert Warnke

Verträge nicht schnell, sondern gut überlegt eingehen!

Mai 12, 2008 Redaktion 2 Kommentare

Verträge aller Art solte man sich grundsätzlich und immer in Ruhe durchlesen. Bei unverständlichen Ausführungen am Besten mit dem Vertragspartner den Vertrag Punkt für Punkt durchgehen, wie die Auslegung zu verstehen ist. Sind Aspekte und Auslegungen unakzeptabel oder gefallen nicht, bleibt nur die Möglichkeit, den Vertrag nicht einzugehen, denn einmal unterschrieben hat man sich mit allen Punkten schriftlich und verbindlich einverstanden erklärt. Deshalb sollten Verträge grundsätzlich erst dann unterschrieben werden, wenn Beide Partner vollends zufrieden sind. Es bringt nichts, Verträge zu unterschreiben, die später zu Problemen führen können und es bringt später auch nichts, sich darauf zu berufen, die Punkte nicht gekannt zu haben.

Im Network Marketing wären beispielsweise Punkte wie die nachfolgenden sehr wichtig:

Kosten für Einstieg und Betrieb

Wer in ein Geschäft einsteigt, sollte sich bereits vorher im Klaren sein, welche genauen Kosten der Einstieg und die spätere Arbeit mit dem Geschäft zur Folge haben. Es ist schon wichtig, zu prüfen, ob ein als kostenlos bezeichneter Einstieg tatsächlich keine versteckten oder indirekte Kosten nach sich zieht. Man sollte schon auf genaue Formulierungen achten, denn wenn z. B. mit dem Einstieg automatisch ein Startpaket bestellt oder ein Produktabonnement abgeschlossen werden muss, ist eine Formulierung wie „keine Einstiegskosten“ definitiv falsch.

Ausschliesslichkeit

Unternehmen, die ihren Partnern verbieten, auch mit anderen Networks zu arbeiten. Als Networker sind wir ja selbständige Unternehmer und haben das Recht, mit einem oder mehreren Lieferanten zu arbeiten. Die unternehmerische Freiheit ist gesetzlich garantiert. Bei Handelsvertreterverträgen kann ist es jedoch üblich, direkte Konkurrenzangebote auszuschliessen. Im Network Marketing ist Ausschliesslichkeit nicht mehr zeitgemäss.

Ordentliche Kündigung

Sieht ein Vertrag ordentliche Kündigungen beider Seiten auch ohne Angabe von Gründen vor, verbirgt sich hier die Gefahr, dass man bei erreichen einer hohen Verdienststufe ohne Grund fristgemäss vom Unternehmen gekündigt werden kann, das sich dann einfach jede weitere Provisionszahlung spart. Ausserordentliche Kündigungen sind OK, die wären aus wichtigen Gründen wie z. B. Vertragsverstössen gerechtfertigt. Ordentliche Kündigungen sollten zwar dem Partner vorbehalten bleiben, aber dem Unternehmen nur aus wichtigem Grund wie z. B. schwerwiegenden Vertragsverstössen durch den Partner.

Mindestabnahmeverpflichtungen

Auf bestimmte Mindestabnahmen sollte man sich keinesfalls einlassen, denn diese muss man auch abnehmen, wenn man keine Kunden hat, an die man die Waren weiterverkaufen kann. So können sich Keller und Garagen mit unverkäuflichen Waren füllen. Hier sollte aber der Unterschied zwischen Abnahmeverpflichtung (man ist vertraglich verpflichtet, eine bestimmte Menge abzunehmen) und Bonusqualifikation (man entscheidet selbst, ob man sich qualifiziert) beachtet werden.

Bonusqualifikation

Gehört eher in den Marketingplan, der wird aber Bestandteil des Vertrages. Hier sollte man darauf achten, dass die Qualifikation auch erreichbar ist. Wer selbst monatlich Waren für tausende €uro umsetzen muss, um Boni aus dem Team beziehen zu können, stellt sich meist selbst ein Bein, denn hohe Vorgaben sind oft nur sehr schwer erreichbar. Eigenumsätze unter 100 € oder gar unter 50 € sind dagegen leicht zu erfüllen, letztere bei entsprechend interessanter Produktpalette sogar mit Eigenbedarf, falls man (noch) keine oder zu wenig Kunden hat.

Marketingplan

Der Marketingplan wird zum Vertragsbestandteil und wird mit Unterschrift auf dem Beraterantrag rechtsverbindlich anerkannt. Entsprechend wichtig ist es, den Inhalt zu kennen, denn der Marketingplan entscheidet über die Verdienstmöglichkeit, die Bonusverteilung und schliesslich das Einkommen. Niemals sollte man sich auf geschönte Beispielrechnungen verlassen, sondern eigene realistische Szenarien selbst durchkalkulieren.

Ein Antrag ist kein Vertrag?

Falsch! Dies ist leider ein weit verbreiteter Irrtum, denn der Antrag wird definitiv zum Vertrag, wenn der Vertragspartner den Antrag annimmt. Ein Vertrag kommt, rechtlich gesehen, immer dann zustande, wenn zwei übereinstimmende Willenserklärungen (die eine ist der „Antrag“, die andere die „Annahme“) zu einer gegenseitigen Handlung (Kauf, Geschäft etc.) führen. So wird aus dem eigentlich harmlos klingenden Antrag durch Annahme schnell ein rechtsverbindlicher und in allen geltendem Recht entsprechenden Punkten zu einem Vertrag, dessen Inhalt auch einklagbar ist.

Ein Geschäft zu beginnen und zu betreiben ist kein Glückspiel, sondern eine gewerbliche Handlung, die eine gewisse Portion kaufmännisches Denken erfordert. Der Kaufmann prüft ein Angebot genau, kalkuliert es durch, wägt Vor- und Nachteile gegeneinander ab, prüft vor allem die möglichen Nachteile und entscheidet sich erst dann, also nach gründlicher Prüfung, ob er eine vertragliche Verpflichtung eingeht oder es lieber lässt. An diesen Punkten zeigt sich, wer das Zeug zum Unternehmer hat oder wer halt nur ein Zocker ist.

© 05.2008 Norbert Warnke

Abmahnfalle Homepage

April 26, 2008 Redaktion 3 Kommentare

Viele im Internet tätige Unternehmer, Onlinehändler oder sogar Betreiber einer privaten Homepage haben bereits die unangenehme Erfahrung machen müssen, aufgrund eines Verstosses kostenpflichtig abgemahnt zu werden, dessen man sich vorher zumeist nicht einmal bewusst war. Eine kleine Auswahl häufiger Abmahnursachen stellen wir hier einfach mal zusammen:

1. Ein Impressum ist Pflicht auf jeder kommerziellen Homepage (hier genügt auch schon ein Werbebanner, über das alle paar Monate mal ein paar Euro verdient werden) und in jedem Onlineshop. Wie das Impressum aufgebaut sein muss, was drin stehen soll, regelt das TMG (Telemediengesetz) unter „Allgemeine Informationspflichten“. Die Impressum-Pflicht gilt auch für im Ausland gehostete Seiten, die für deutsche Zielgruppen bestimmt sind. Nähere Infos hier!

2. Gesundheitsbezogene Werbung für Nahrungsergänzung bzw. allgemein Lebensmittel ist verboten. Hier zählt alles (direkt oder indirekt!), was mit Heilung, Linderung oder Verhütung von Krankheiten zu tun hat. Genaueres steht im LMBG § 18 und gleiche Vorschriften gelten neben NE auch für Kosmetikprodukte. Wirkungen, die den Anschein erwecken könnten, es handelt sich um ein Medikament, dürfen Produkten dieser Gruppen nicht zugeschrieben werden.

3. Progressive Kundenwerbung ist gesetzlich verboten. Wer also Dinge kaufen muss, die er evtl. nicht braucht, nur um dadurch verdienstberechtigt zu sein und weitere Verbraucher wirbt, die es ebenso tun, betreibt u. U. strafbare Werbung im Sinne des § 16 Abs. 2 UWG. Hier gab es schon mehrfach einstweilige Verfügungen ( aktueller Fall ) mit Betriebsverbot für solche Geschäfte, aber auch gegen einzelne Vertriebspartner, die auf selbst erstellten Webseiten mit den falschen Formulierungen geworben hatten. Ein solcher Fall (man sollte sich die Begründung mal durchlesen, ist sehr interessant) kann unter dem folgenden Link nachgelesen werden: Mehr Infos

4. Markennamen darf nur der Inhaber der Marke nutzen. Ebenso dürfen keine Texte oder Bilder ohne ausdrückliche Genehmigung der Berechtigten verwendet werden. Hier greift Marken- und Urheberrecht und das gilt für jede Art der Verwendung, also auch in Keywords oder Google AdWords. Hier zum Markenrecht!

5. Vergleichende Werbung kann sehr problematisch werden. Wer nun sein Produkt bewirbt, indem er ein Produkt eines Mitbewerbers nennt und schlechter dastehen lässt als das eigene, kann grosse Probleme bekommen. Schon die Nennung der Marke des Mitbewerbers kann u. U. ein Verstoss gegen das Markenrecht sein. Besonders im Parfumbereich kann die Nennung von ähnlich duftenden Markenparfums extrem teuer werden, kann schon einige tausend Euro kosten. Hier zum UWG

6. Falsche Versprechungen über Geschäft oder Produkteigenschaften können als „irreführende Werbung“ teuer werden. Auch ein UWG-Verstoss (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb).
Weitere Infos hier!

7. Wissenschaftliche Studien, die nicht in Deutschland von hier dazu zugelassenen Institutionen nach deutschem Recht durchgeführt wurden, dürfen in der Produktwerbung nicht verwendet werden. Das gilt z. B. auch für ausländische Bio-Gütezeichen für Produkte, die hier nur dann als Bioprodukte angeboten werden dürfen, wenn sie hierzulande nach hiesigen Kriterien als Bioprodukt klassifiziert worden sind.

8. Sogenannte „Vorher-Nachher“-Abbildungen, wie sie noch vor einigen Jahren in der Werbung für Gewichtsreduktionsprodukte genutzt wurden, dürfen seit einigen Jahren nicht mehr verwendet werden.

9. Wer Webseiten verwendet, die das Partnerunternehmen anbietet, sollte darauf achten, dass dort auch das Unternehmen als inhaltlich verantwortlich im Impressum steht und nicht man selbst als Vertriebspartner, denn Abmahnungen gehen an den inhaltlich Verantwortlichen. Trägt eine personalisierte Seite kein Impressum, man legt aber eine eigene auf sich selbst angemeldete Domain, wird man damit zum inhaltlich Verantwortlichen mit allen Konsequenzen, selbst wenn man gar keinen Einfluss auf die Gestaltung der Seiten hat. Im Zweifelsfall ist auch der Domaininhaber rechtlich verantwortlich, auch wenn Andere die Inhalte erstellt haben.

10. Auch Betreiber von Onlineshops haben eine Reihe von Dingen zu beachten. So ist z. B. einer der häufigsten Gründe für Abmahnungen im Onlinehandel eine falsch deklarierte Frist in der Widerrufsbelehrung oder beim Rückgaberecht in der AGB. Weitere Infos hier!

11. Werbung per eMail oder Telefonanruf bei Empfängern, die mit dem Empfang von Werbemails oder Telefonanrufen nicht ausdrücklich einverstanden sind, kann ebenfalls sehr teuer werden, denn der Empfänger hat auch hier einen durchsetzbaren Unterlassungsanspruch.

Diese Aufstellung zeigt nur eine Auswahl der häufigsten Abmahnursachen auf und erhebt keinesfalls Anspruch auf Vollständigkeit, sollte aber aufzeigen, wie wichtig es ist, sich bereits im Vorfeld möglichst gründlich über die rechtlichen Hintergründe dessen zu informieren, was man künftig zu tun beabsichtigt.

© 2005 Norbert Warnke